Studien- und Abschlussarbeiten

Prospektive Studie zur Integration von Gleichgewichtsförderung bei Schulkindern in den Schulalltag

* Dieses Thema wurde/wird bereits bearbeitet.
 
Jahr:  2009
Studiengang:  Augenoptik / Augenoptik & Hörakustik
Kategorie:  Bachelorarbeit
Erstbetreuer:  Prof. Dr. Eckhard Hoffmann
Externer Betreuer: Dipl.-Soz. Dorothea Beigel
Ersteller: Anne Schindler
Kurzbeschreibung:     

Die Grundlage der folgenden prospektiven Studie sind die Ergebnisse des Projektes „Schnecke - Bildung braucht Gesundheit". Hieraus geht hervor, dass Kinder mit besserem Gleichgewicht, auch bessere Schulnoten haben, als vergleichbare Schüler. Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit der Verbesserung des Gleichgewichts. Dazu wurden zwei Trainings angewendet. Ein Gleichgewichtstraining und ein Augenmuskeltraining. Beide sind in den Schulalltag integrierbar. Als Probanden standen 85 Kinder aus vier vierten Klassen zweier Grundschulen in Hessen zur Verfügung. Sie waren im Alter zwischen neun und elf Jahren. Zur Auswertung herangezogen wurden die Daten von 56 Kindern. Aufgeteilt in drei Gruppen, der Augenmuskel-Gruppe mit 19 Schülern, der Gleichgewichts-Gruppe mit 17 Schülern und der Kontroll-Gruppe mit 20 Schülern, wurde bei den Probanden ein Pre-Test durchgeführt. Dabei wurde der Visus, anhand von Landoltringen festgestellt. Der Gleichgewichts-Test bestand aus Romberg-Test, Einbein-Stand und rückwärts Balancieren auf einer Bank. Weiterhin wurde die Augenmuskel-Motilität bewertet. Im Anschluss fand eine vierwöchige Trainingsphase statt. An den fünf Schultagen wurden die Übungen des Augenmuskel-, bzw. des Gleichgewichts-Trainings jeweils zu Beginn der fünf Schulstunden durchgeführt. Der Nach-Test beschloss die Messungen. Dieser ist identisch mit dem Pre-Test.

Bewertet wurden Pre- und Nach-Testungen anhand von Punkten. Diese wurden eingeteilt in die vier Auffälligkeits-Gruppierung „unauffällig", „leicht auffällig", „auffällig" und „stark auffällig". 60% der Probanden zeigten bei der Augenmuskel-Motilität keine Veränderungen. Ein Einfluss des Trainings auf die Augenmuskel-Motilität ist demnach auszuschließen. Die Probanden der Augenmuskel-Gruppe zeigen signifikante Verschlechterungen beim Romberg-Test. Ein Einfluss des Augenmuskel-Trainings auf diesen Test ist daher erkennbar. Probanden die regelmäßig Sport treiben, erzielten im Durchschnitt bessere Ergebnisse, als ihre Mitschüler. Eine Beeinträchtigung durch Höhenangst der Trainings ist bei dieser Studie nicht nachweisbar. Alle drei Ritalin-Probanden verschlechterten ihre Leistungen beim Augenmuskel-Test um eine Stufe. Eine allgemeingültige Aussage kann auf Grund der geringen Probandenzahl nicht getroffen werden. Einige Faktoren beeinträchtigten den Ablauf der Studie. Dazu zählen die mangelhafte Teilnahme an den Übungen und der insgesamt kurze Studienzeitraum. Diese sollten bei weiterführenden Studien berücksichtigt werden. Besonders das Ergebnis des Romberg-Tests bei der Augenmuskel-Gruppe verlangt nach weiteren Untersuchungen. Kinder in frühen Jahren zu fördern ist ein wichtiges langfristiges Ziel.