Studien- und Abschlussarbeiten

Machbarkeitsstudie zur Korrelation unterschiedlicher Wahrnehmungsmodalitäten bei auditiv auffälligen Kindern

* Dieses Thema wurde/wird bereits bearbeitet.
 
Jahr:  2009
Studiengang:  Augenoptik / Augenoptik & Hörakustik
Kategorie:  Bachelorarbeit
Erstbetreuer:  Prof. Dr. Annette Limberger
Externer Betreuer: Alfred Hinderer
Ersteller: Juliane Kipp
Kurzbeschreibung:     

Bei dieser Machbarkeitsstudie werden 11 Kinder mit einer auditiven Verarbeitungsund Wahrnehmungsstörung in einem Screening auf visuelle Wahrnehmungsstörungen und Probleme beim Gleichgewicht getestet. Die auditiven Tests werden von der Pädagogischen Audiologie der Schule für Hörgeschädigte St. Josef in Schwäbisch Gmünd durchgeführt. Es werden die Lautdiskrimination mit dem H-LAD und die Lokalisation mit 5 Lautsprechern bei 0°, 45°, 90°, 270° und 315° mit einem 1 kHz Schmalbandrauschen bei 50 dB gemessen. Die Selektion wird mit dem Göttinger-Sprachverständnistest für Kinder im Störgeräusch getestet. Außerdem wird die Hörmerkspanne für Zahlen, Sätze und Silben ermittelt. Dies geschieht mit dem Hannoverschen Zahlen- bzw. Satztest und dem Mottier-Test. Des Weiteren wird der Visus anhand von Sehprobentafeln mit Landoltringen in den Abstufungen V=0,5; V=0,63; V=0,8; V=1,0; V=1,25 und V=1,6 bestimmt. Die Stereopsis wird mit dem Lang-Stereotest II überprüft. Außerdem werden das Erkennen der Lage im Raum, die Figur-Grund-Unterscheidung und die Formkonstanzbetrachtung getestet. Dies geschieht mit Tests, die an den Frostigs Entwicklungstest der visuellen Wahrnehmung (FEW) I und II angelehnt sind. Die Überprüfung des Gleichgewichts erfolgt mit drei Tests aus dem Motoriktest für vierbis sechsjährige Kinder (Mot 4-6). Getestet werden das Balancieren vorwärts und rückwärts und das seitliche Überspringen eines Seiles mit beiden Beinen. Für die Auswertung werden die Punkte der Einzeltests und die Gesamtpunktzahl der Testgruppen in die Kategorien „unauffällig", „gering auffällig" und „auffällig" eingeteilt. Die Probanden sind zwischen 5;11 und 8;9 Jahre alt, das Durchschnittsalter beträgt 6;9 Jahre. Alle Kinder haben bei einem Intelligenztest mindestens 85 Punkte erreicht und ein normales peripheres Gehör. Außerdem weisen alle Kinder eine Lese- Rechtschreib-Schwäche auf. Bis auf ein Kind sind alle Probanden auditiv auffällig, außerdem weisen 30% der Kinder visuelle Auffälligkeiten und 60% der Kinder Defizite im Gleichgewicht auf. Von den gemessenen Probanden sind 70% mehrfach auffällig. Beim interdisziplinären Vergleich der Einzeltests zeigen sich besonders im Vergleich zwischen der Formkonstanzbetrachtung, dem Balancieren rückwärts und den auditiven Tests, wie der Lautdiskrimination und der Hörmerkspanne für Zahlen, Sätze und Silben enge Zusammenhänge. Um genaue Aussagen für neue Therapiekonzepte machen zu können müssen die Ergebnisse in einer größer angelegten Studie bestätigt werden. Dennoch kann jetzt schon gesagt werden, dass eine einseitige Therapie, die lediglich auf die auditive Verarbeitung und Wahrnehmung abgestimmt ist, nicht als sinnvoll erscheint.