Studien- und Abschlussarbeiten

Benchmarking in der Augenoptik

* Dieses Thema wurde/wird bereits bearbeitet.
 
Jahr:  2009
Studiengang:  Augenoptik / Augenoptik & Hörakustik
Kategorie:  Bachelorarbeit
Erstbetreuer:  Prof. Dr. Anna Nagl
Externer Betreuer: Martin Himmelsbach
Ersteller: Kim Carolin Merz
Kurzbeschreibung:     

Die Prognosen im Marktbericht „Markt und Tendenzen 2007/2008" von SPECTARIS sagen der Augenoptikbranche schwierige Zeiten voraus. Es wird beschrieben, dass die Branche mit einem immer härteren Preiswettbewerb und einer angespannten Ertragslage zu kämpfen hat. Es ist also Zeit, Überlegungen anzustellen, was der traditionelle Augenoptikbetrieb tun kann, um diesen Problemen zu begegnen.

In anderen Branchen, wie zum Beispiel der IT-Branche oder der Automobilbranche, wird Benchmarking angewandt. Mit dieser Methode soll das Unternehmen immer besser werden und die Konkurrenz überholen. Das Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit ist die Methode Benchmarking zu beleuchten. Benchmarking hat das Ziel „der Beste" zu werden. Um dies zu erreichen wird das eigene Unternehmen mit sich selbst (internes Benchmarking) oder mit anderen Firmen (externes Benchmarking) verglichen, oft wird auch ein Vergleich innerhalb der Branche durchgeführt (branchenbezogenes Benchmarking). Fällt bei diesem Vergleich auf, warum der Vergleichpartner besser ist, wird versucht diese Kenntnisse zu nutzen und sich selbst zu verbessern. Um Vergleichen zu können benötigt ein Unternehmen Vergleichswerte (Benchmarks). Anhand von Marktberichten können diese Werte für ein branchenbezogenes Benchmarking ermittelt werden. Diese Arbeit untersucht Marktberichte aus der Augenoptik und gibt an welche Vergleichswerte über diese Informationsquelle gewonnen werden können und zu welchen betriebs-wirtschaftlichen Kennzahlen keine Branchenvergleichswerte erhoben werden.

Bei dieser Untersuchung fällt auf, dass die gängigsten Größen wie Umsatz, verkaufte Stückzahlen und der Durchschnittspreis von den meisten Berichten abgedeckt werden. Andere Größen, wie zum Beispiel der Lagerumschlag oder der Gewinn/Umsatz werden nicht erhoben und können deswegen über ein branchenbezogenes Benchmarking nicht untersucht werden. Weiter sind in den Marktberichten nur Durchschnittswerte der betriebswirtschaftlichen Größen angegeben, daher ist Benchmarking im eigentlichen Sinne nicht möglich. Ziel des Benchmarking ist die Orientierung am Besten, deshalb wäre es vorteilhaft anstatt des Durchschnittswerts, den Maximalwert sowie die Standardabweichung anzugeben.

In dieser Arbeit wird eine empirische Studie (n=105) durchgeführt, bei der Augenoptiker, die die Systemsoftware IPRO verwenden, befragt wurden. Es wurde bei der Befragung festgestellt, dass traditionelle Augenoptiker vor allem internes Benchmarking durchführen, dass aber auch in einigen Betrieben branchenbezogenes Benchmarking eingesetzt wird. Als Hauptvorteil des Benchmarking wird die Stärken- bzw. Schwächenerkennung gesehen, negativ wird vor allem die schwierige Beschaffung von Vergleichswerten eingeschätzt. Die bestehenden Markberichte werden bis auf wenige Ausnahmen gekannt und eingesetzt. Allerdings scheint einigen Augenoptikern der Überblick zu fehlen, welchen Benchmark, sie aus welchem Bericht ziehen können.

Um Augenoptikern Benchmarking über die Branchensoftware zu ermöglichen, will die Firma IPRO ein Benchmarking-Werkzeug auf den Markt bringen. In dieser Arbeit wird ein Prozessplan entwickelt, der das Grundgerüst für dieses Programm beschreibt. Vordefinierte Daten werden bei teilnehmenden Augenoptikern aus der Software ausgelesen und an einer zentralen Stelle gesammelt. Nach der Aufbereitung und Bewertung werden dem Augenoptiker die ermittelten Branchenwerte zugeschickt. Ziel dieses Werkzeugs ist, dass der Augenoptiker seine Marktposition erkennen und seine Schwächen feststellen kann.

Mit Hilfe des neuen Werkzeugs wird Benchmarking noch einfacher und kann vielleicht dem Augenoptiker schnell und ohne großen Aufwand helfen, sein Unternehmen zu optimieren und seinen Gewinn zu steigern. Damit ist zu erwarten, dass sich immer mehr Betriebe an entsprechenden Auswertungen und Vergleichen beteiligen.