Studien- und Abschlussarbeiten

Screeningtests für den Sport

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Jahr:  2005
Studiengang:  Augenoptik / Augenoptik & Hörakustik
Kategorie:  Diplomarbeit
Erstbetreuer:  Prof. Dr. Bernd Lingelbach
Externer Betreuer: Peter Fanti
Ersteller: Stefan Fuchs
Kurzbeschreibung:     

Der Hochleistungssport veränderte sich in den letzten Jahren zunehmend. Neue Sportarten wie Volleyball, Basketball, Eishockey oder Tennis gewannen in den letzten Jahrzehnten immer mehr an Popularität und Bedeutung. Dabei werden je nach Sportart die unterschiedlichsten Anforderungen an die Sportler gestellt. Es sind nicht nur völlig unterschiedliche Leistungen in Bezug auf Ausdauer, Kraft und spezielles Training gefordert, auch die Anforderungen an das visuelle System variieren von Sportart zu Sportart. Die Wissenschaft hält nicht nur in Bezug auf Leistungsoptimierung und technischen Fortschritt Einzug in den Sport. Auch das Sehen im Sport und die visuelle Leistungsfähigkeit der Sportler findet in den letzten Jahren immer mehr Beachtung seitens der Wissenschaft. Federführend sind hier sicher die Amerikaner John Gardner und Arnold Sherman.1 Sie erstellten ein theoretisches Profil visueller Leistungen verschiedener Sportarten. Hierbei ordneten Sie den visuellen Leistungen je nach Sportart unterschiedliche Priorität zu. Das bedeutet, dass je nach Sportart manche wichtiger sind als andere. Insgesamt betrachtet wird der visuellen Leistungsfähigkeit jedoch eine hohe Wichtigkeit zugeschrieben. In Deutschland beschäftigten sich in den letzten Jahren vor allem Gernot Jendrusch vom Lehrstuhl für Sportmedizin der Ruhr-Universität Bochum und Peter Fanti von der Firma Visus mit der visuellen Leistungsfähigkeit von Hochleistungssportlern und deren Testung. Jendrusch befasste sich mit Sinnesleistungen im Sport und eingehend mit der visuellen Leistungsfähigkeit von Tennisspielern.2 Er führte so gezielt intensive Untersuchungen einzelner Leistungen durch. Fanti orientierte sich dagegen eher an Gardner und Sherman3. Er führte im Rahmen einzelner Screenings eine Vielzahl von unterschiedlichen Tests an Hochleistungssportlern durch. Ziel war es hierbei, einen guten Gesamtüberblick über die visuelle Leistungsfähigkeit zu bekommen. Fanti knüpfte an das Modell von Gardner und Sherman an und ergänzte die dort empfohlenen Tests durch weitere. Er testete so bei den Sportlern eine Vielzahl grundlegender Sehfunktionen, sowie einige speziell im Sport wichtige visuelle Leistungen wie z.B. Reaktionsgeschwindigkeit. Die von Fanti durchgeführten Tests bilden die Vorlage für diese Diplomarbeit und die empirische Untersuchung an Nichtsportlern. Im ersten Teil (Kapitel 2) dieser Arbeit werden eine umfassende Beschreibung der verwendeten Tests und deren Durchführung geliefert. Des Weiteren erfolgt in Kapitel 4.2 eine umfassende Bewertung der Screeningtests und deren Bedeutung für den Sport. Dies geschieht unter besonderer Berücksichtigung der Sportarten Volleyball und Fechten. Fanti testete in früheren Screenings  Hochleistungssportler aus diesen Bereichen. Die Ergebnisse dieser Screenings bilden im späteren Verlauf der Arbeit die Sekundärdatengrundlage. Aus der umfassenden Bewertung ergibt sich eine  Vorauswahl an Tests. Einige erweisen sich an diesem Punkt als ungeeignet. Zu Vergleichszwecken werden die ausgewählten Tests um einige weitere Methoden und alternative Durchführungsvarianten ergänzt. Aufgrund dessen wurde im Rahmen dieser Arbeit eine empirische Erhebung an Nichtsportlern durchgeführt. Diese bilden die für den statistischen Vergleich notwendige Primärdatengrundlage. Anhand der hier gewonnenen Daten erfolgt im Kapitel 5 ein ausführlicher, statistischer Vergleich der Tests und eine Bewertung der Güte der Tests. So zeigt sich,dass einige der verwendeten Tests als ungeeignet für ein Screening erscheinen. Im weiteren Verlauf werden die Daten der von Fanti durchgeführten Screenings der Fechter und Volleyballer herangezogen. Hieraus ergibt sich ein ausführlicher statistischer Vergleich. Die für diese Arbeit getestete visuelle Leistungsfähigkeit der Nichtsportler soll hier mit der visuellen Leistungsfähigkeit der von Fanti geterteten Hochleistungssportler verglichen werden (Kapitel 6). Die Ergebnisse stellen sich als sehr komplex dar. Sie sind je nach Sportart sehr unterschiedlich. Die Hochleistungssportler weisen je nach Sportart bei einigen visuellen Leistungen anders als erwartet keine besseren oder sogar schlechtere Ergebnisse auf als die getesteten Nichtsportler. Bei anderen visuellen Leistungen wiederum bestätigten sich die Vermutungen, dass Hochleistungssportler über eine bessere visuelle Leistungsfähigkeit verfügen. Eine detaillierte Zusammenfassung findet sich im letzten Kapitel (Kapitel 7).