Studien- und Abschlussarbeiten

Crowding Phänomen bei Augengesunden mit simuliertem Zentralskotom

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Jahr:  2006
Studiengang:  Augenoptik / Augenoptik & Hörakustik
Kategorie:  Diplomarbeit
Erstbetreuer:  Prof. Dr. Annemarie Buser
Externer Betreuer: PD Dr. med. Oliver Ehrt
Ersteller: Heike Wimmer
Kurzbeschreibung:     

Das Crowding-Phänomen tritt in Erscheinung, wenn sich weitere Stimuli in der nahen Umgebung eines zu erkennenden Objektes befinden. Bei Augengesunden ist dieser Effekt sehr gering. Er tritt verstärkt bei Amblyopen, Kindern sowie Patienten, die aufgrund eines zentralen Gesichtsfeldausfalles nur die Netzhautperipherie nutzen können, auf. Der Effekt wurde schon in vielen Studien auf die unterschiedlichste Art und Weise untersucht. Bei der vorliegenden Studie handelt es sich um eine Pilotstudie. Keine weitere dem Autor bekannte Studie hat das Crowding-Phänomen auf diesem Wege untersucht. Ziel der Untersuchung war es, neue Aspekte des Crowding-Phänomens aufzuzeigen. Dafür wurde bei fünf Normalprobanden der Visus bei ungefilterten und gefilterten Einzel- und Reihenoptotypen getestet. Der Visus wurde bei direkter Fixation der Sehzeichen ermittelt sowie bei drei unterschiedlichen Exzentrizitäten (2,5°, 5° und 10°). Als Sehzeichen dienten Zahlen einer standardisierten Sehprobentafel. Die Zahlenreihen wurden manuell erstellt, um die Abstände zwischen den Zahlen frei wählen zu können. Des weiteren wurden die Zahlen im Computer nachbearbeitet (geschwärzt) und digital gefiltert. Getestet wurden acht verschiedene Filter, deren Objekt-Ortsfrequenzen sich zwischen 1,52 und 5,91 cpH (Zyklen pro Zahlenhöhe) bewegten. Drei der acht Filter waren Notch-Filter, bei denen die Filterfrequenz herausgefiltert wurde. Alle weiteren Filter waren Bandpassfilter, welche ausschließlich die Filterfrequenzen enthielten. Die Ergebnisse der ungefilterten Sehzeichen und der gefilterten Sehzeichen wurden grafisch dargestellt. Die Distanz zwischen Einzeloptotypenvisus und Reihenoptotypenvisus bestimmte das Ausmaß des Crowding. Je größer die Distanz war, desto stärker war der Crowding-Effekt. Im Vergleich mit einer weiteren Studie zeigten sich bei den ungefilterten Sehzeichen ähnliche Ergebnisse des Visusverlaufs in der Netzhautperipherie. Der Visus der Probanden sank mit wachsender Exzentrizität. Der Reihenoptotypenvisus war um einiges schlechter als der Einzeloptotypenvisus aufgrund des Crowding-Effekts. Bei den gefilterten Sehzeichen ergab der Bandpassfilter B_11 mit einer Ortsfrequenz von 5,91 cpH den geringsten Crowding-Effekt von allen gefilterten und ungefilterten Sehzeichen. Dagegen ergab der Bandpassfilter B_03 mit einer Objekt-Ortsfrequenz von 1,52 cpH den deutlich stärksten Crowding-Effekt. Dies bestätigte die Annahme von EHRT [11], dass Objekt-Ortsfrequenzen von ein bis zwei cpl zu einer stärkeren Konturinteraktion führen. Eine Varianzanalyse über alle Werte zeigte, dass der Einfluss der Filterung auf die Sehzeichenerkennung in der Peripherie signifikant ist.