Studien- und Abschlussarbeiten

Die Bestimmung des Augendrehpunkts unter Berücksichtigung individueller biometrischer Parameter

* Dieses Thema wurde/wird bereits bearbeitet.
 
Jahr:  2007
Studiengang:  Augenoptik / Augenoptik & Hörakustik
Kategorie:  Diplomarbeit
Erstbetreuer:  Prof. Dr. Kunibert Krause
Ersteller: Christine Wallusch
Kurzbeschreibung:     

Hintergrund

Die Individualisierung moderner Gleitsichtgläser gewinnt immer mehr an Bedeutung. Eine Vielzahl an individuellen Parametern wie Fassungsvorneigung oder Hornhautscheitelabstand fließen derzeit in die Berechnung des Brillenglases mit ein. Diese individuellen Parameter ersetzen nach und nach die bisher zum Teil noch für die Brilllenglasberechnung angenommenen Standardwerte. Ein solcher Standardparameter stellt beim Brillenglasdesign zum Beispiel die Lage des Augendrehpunkts dar. Diese Diplomarbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob es möglich ist, die individuelle Augenlänge und daraus die Lage des Augendrehpunkts anhand objektiver Refraktion und Topographiedaten bestimmen zu können.

Material und Methode

Als Messinstrument steht ein kombinierter Wellenfront- und Topographiemessgerät zur Verfügung. Ein Gerät zur Vermessung der optischen Biometrie wird als Referenz verwendet. Im Rahmen einer Reihenmessung wurde bei 154 Probanden eine Wellenfrontmessung und Topographiemessung mit dem ersten Gerät durchgeführt. Außerdem wurden die Augenlänge AL, der mittlere Hornhautradius CR und die Vorderkammertiefe der 154 Probanden mit dem zweiten Gerät vermessen. Anschließend wurden die Wechselwirkungen zwischen den gemessenen Parametern untersucht und statistisch ausgewertet.

Ergebnisse

Die vorliegende Untersuchung zeigt erwartungsgemäß einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem sphärischen Äquivalent und dem AL/CR Quotient. Der AL/CR Quotient ergibt sich aus dem Verhältnis zwischen Augenlänge und mittlerem Hornhautradius. Dieser Zusammenhang bildete die Grundlage bei der Erstellung zweier Formeln zur Berechnung der individuellen Augenlänge. Um letztendlich von der individuellen Augenlänge auf den Augendrehpunkt zu schließen, wurde das Gullstrand Normalauge herangezogen. Das Verhältnis der Strecken Hornhautscheitel-Augendrehpunkt zur Augenlänge wird als Grundlage für die Berechnung der Lage des Augendrehpunkts verwendet.

Schlussfolgerung

Im Rahmen der Versuchsanordnung konnte, basierend auf Wellenfront und Topographie, eine genauere Bestimmbarkeit der Augenlänge und somit auch der Lage des individuellen Augendrehpunkts erreicht werden als bisher in der Literatur beschrieben.

Schlüsselwörter

Augendrehpunkt · Augenlänge · AL/CR Quotient · Ametropie · Korrelation