Studien- und Abschlussarbeiten

Untersuchung zur kontaktfreien Messung der Tränenfilmaufrisszeit mit Hilfe eines Videotopographen

* Dieses Thema wurde/wird bereits bearbeitet.
 
Jahr:  2008
Studiengang:  Augenoptik / Augenoptik & Hörakustik
Kategorie:  Diplomarbeit
Erstbetreuer:  Prof. Dr. Kunibert Krause
Externer Betreuer: Prof. Dr. Jean Augenklinik Tübingen Sektion Experimentelle Ophthalmo-Chirurgie
Ersteller: Melanie Wagner
Kurzbeschreibung:     

In dieser Studie wird ein neues objektives Verfahren zur Überprüfung der Tränenfilmaufrisszeit untersucht. Gemessen wird die „break-up time " non invasiv, das heißt ohne Fluoreszein, mit Hilfe eines Videotopographen. Es soll herausgefunden werden, ob dieses Verfahren für die Diagnose eines „trockenen Auges" in der Praxis angewendet werden kann. Dazu wurden 56 Patienten, das heißt 112 Augen gemessen, die unter einem „trockenen Auge" leiden. Gemessen wurden 30 Augen der männlichen Probanden und 82 Augen der weiblichen Probanden. Das Alter dieser Probanden lag zwischen 19 und 79 Jahren, im Durchschnitt bei 53 Jahren. Bei dieser Messung werden Placido-Ringe als Reflexbild auf der Hornhaut abgebildet. Reißt der Tränenfilm auf und ist somit an einigen Stellen nicht mehr vorhanden, werden die Ringe nicht mehr reflektiert oder sind nur noch abgeschwächt und verzerrt erkennbar. Ermittelt wird ein Zeitmaß in Sekunden bis zum Tränenfilmaufriss. Als Referenzmessung wird die etablierte „break-up time " (BUT) Messung mit Fluoreszein an der Spaltlampe und der Schirmer І-Test herangezogen. Im Folgenden eine Zusammenfassung der ermittelten Ergebnisse: Hinsichtlich der Aufrisszeit wurde untersucht, ob die gemessenen Probanden unter der in der Praxis verwendeten Zeit von 10 s in der Tränenfilmaufrisszeit bei einem „trockenen Auge" liegen (Mengher 1985). Ergebnis war, dass sich 89 % der 112 gemessenen Augen unter diesem Grenzwert bewegen. Des Weiteren wurde analysiert, ob es neben der Aufrisszeit eine weitere Information zum Aufrissort gibt, d.h. an welcher Stelle der erste Aufriss am häufigsten stattfindet. Hierbei zeigte sich, dass dies am häufigsten nasal (mit 67% am rechten Auge und mit 64% am linken Auge) der Fall ist. Alle weiteren Untersuchungen wurden mit Hilfe des etablierten t-Tests untersucht. Aufgrund der nicht normalverteilten Daten wurde außerdem mit dem verteilungsfreien U-Test geprüft. Im ersten Schritt wurde anhand des t-Tests, sowie des U-Tests ermittelt, dass beide Geschlechter statistisch gesehen im Durchschnitt gleiche Aufrisszeiten haben. Jedoch besteht bei männlichen Probanden gemessen mit dem U-Test ein Unterschied der über und unter 50-Jährigen. Dieser Unterschied ist nach dem t-Test nicht vorhanden. Weibliche Probanden weisen einen Unterschied nach dem t-Test sowie dem U-Test hinsichtlich des Alters auf. Vergleicht man die Messung des Videotopographen mit einem gängigen Verfahren wie der BUTSpaltlampenmessung, erweist sich anhand des t-Tests, dass diese beiden Verfahren gleich gut messen. Untersucht man die Messwerte anhand des U-Tests, wird die Hypothese, dass die beiden Tests gleich sind, abgelehnt. Bei dem angewandten Videotopographieverfahren sind die Messfehler und die Messungenauigkeit im Vergleich zur BUT-Spaltlampenmessung stark reduziert. Dennoch streuen die Ergebnisse sehr. Die Vermutung liegt nahe, dass die hohe Streuung durch die Variation des Tränenfilms auf dem Auge, dass heißt durch den nicht immer gleich verteilten Tränenfilm auf dem Auge kommt. Eine weitere Untersuchung dieses Faktors erscheint sinnvoll. Die Messungen wurden auch mit den Messergebnissen des etablierten Schirmer І-Tests verglichen. Nach der statistischen Auswertung besteht sowohl nach dem t-Test als auch nach dem U-Test kein Unterschied in den beiden Messverfahren. Das Videotopographiemessverfahren ist in jedem Fall in der Praxis anwendbar. Zum jetzigen Zeitpunkt ist das Ergebnis der Videotopographiemessung gleich gut wie die bisherigen Standardverfahren, die BUT-Spaltlampenmessung oder der Schirmer І-Test. Ein großer Vorteil der Videotopographie ist, dass dieses Verfahren non invasiv arbeitet. Durch die kontaktfreie Messung ist dieses Verfahren deligierbar z.B. an Arzthelferinnen. Des Weiteren können die Ergebnisse im Unterschied zu den anderen Verfahren dokumentiert werden und somit auch nachträglich anhand des Videomaterials nachvollzogen und analysiert werden. Es besteht außerdem die Möglichkeit einer automatisierten Auswertung, womit menschlich bedingte Messfehler im Vergleich zu anderen Verfahren minimiert werden können.

Voraussetzungen / Rahmenbedingungen: