Studien- und Abschlussarbeiten

Strukturierung einer Kontaktlinsen-Anamnese unter Berücksichtigung verschiedener Anpasssituationen

* Dieses Thema wurde/wird bereits bearbeitet.
 
Jahr:  2008
Studiengang:  Augenoptik / Augenoptik & Hörakustik
Kategorie:  Diplomarbeit
Erstbetreuer:  Prof. Dr. Anna Nagl
Ersteller: Julia Malaika Sylvia Frank
Kurzbeschreibung:     

Die Anamnese ist der erste Schritt einer erfolgreichen Kontaktlinsenanpassung. Doch nur wenn diese strukturiert durchgeführt und auf verschiedene Anpasssituationen abgestimmt wird, kann sie die Ansprüche von Kontaktlinsenanpassern erfüllen. Nämlich so lang wie nötig, aber so kurz wie möglich zu sein und am Ende alle erforderlichen Informationen zu liefern. Deshalb ist es Ziel dieser Arbeit, die Bedeutung der Anamnese hervorzuheben und eine Anamnese nach den oben genannten Anforderungen zu erstellen, die dann in die IPRO Augenoptiksoftware integriert werden kann. Außerdem interessierte die Frage, wie in der heutigen Zeit von Kontaktlinsenanpassern die Anamnese durchgeführt wird. Dazu wurde im Mai 2008 ein Fragebogen an 550 Augenoptiker bzw. Kontaktlinseninstitute verschickt, der Aufschluss über die Anamneseerhebung und Dokumentation geben sollte. Es wurden 97 Fragebögen zurückgeschickt. Die Befragten wurden bei der Auswertung in zwei Gruppen unterteilt (Anpassung von formstabilen und weichen Jahreskontaktlinsen > bzw. < 30%). Die Ergebnisse bestätigen die Hypothesen und machen somit einen dringenden Handlungsbedarf deutlich. Es konnte beispielsweise nachgewiesen werden, dass viele Kontaktlinsenanpasser nicht grundsätzlich bei jedem Kunden zu Beginn des Termins eine Anamnese machen. Außerdem ergab die Befragung, dass die Kontaktlinsenanpasser in manchen Anpasssituationen keine Anamnese durchführen. Es wird erkennbar, dass die Häufigkeit von der Art der Anpasssituation abhängt, obwohl eine Anamnese in jeder Situation gleich wichtig ist. Weiterhin zeigte sich, dass die Anamnese häufig nur mündlich durchgeführt wird. Zudem halten viele Kontaktlinsenanpasser die Anamneseerhebung für weniger wichtig als andere Teilbereiche der Kontaktlinsenanpassung (beispielsweise die Spaltlampenuntersuchung). Ein weiteres Ergebnis war, dass in vielen Unternehmen kein strukturierter Ablauf über den Inhalt der Anamnese existiert. Ein Unterschied zwischen den beiden Gruppen konnte nicht festgestellt werden. Allerdings machen die Ergebnisse sehr deutlich, dass die bisher vorhandenen Module zur Anamneseerhebung (Bücher, Software, Herstellerempfehlungen,...) nicht ausreichen, um eine konstante gründliche und strukturierte Anamnese sicherzustellen. Neben dem in dieser Arbeit vorgestellten Anamnesekonzept bedarf es mit Sicherheit noch weiterer Gedanken und Ideen um die Anamneseerhebung deutlich zu verbessern, um somit dem Kunden eine qualifiziertere Kontaktlinsenanpassung bieten zu können.