Studien- und Abschlussarbeiten

Anwendung von Bioptics Fernrohr-Brillen für sehbehinderte Menschen

* Dieses Thema wurde/wird bereits bearbeitet.
 
Jahr:  2008
Studiengang:  Augenoptik / Augenoptik & Hörakustik
Kategorie:  Diplomarbeit
Erstbetreuer:  Prof. Dr. Kunibert Krause
Externer Betreuer: MBA Dipl. Ing. Rüdiger Landsinger
Ersteller: Nikolaos Karanikolos
Kurzbeschreibung:     

Die Arbeit ist auf unbegrenzte Zeit gesperrt.

Ziel: In dieser Arbeit soll bestimmt werden, bei welchen Gelegenheiten sehbehinderte Menschen die Bioptics Fernrohr-Brille G2 nach dem Galilei Prinzip gewinnbringend einsetzen können.

Methode: In der darauf ausgerichteten Studie wurden Experten nach den Einsatzmöglichkeiten von Bioptics befragt, die Fernrohrbrille wurde unter verschiedenen Einsatzbedingungen mit sehbehinderten Menschen erprobt, und schließlich sollten die Probanden ihren Nutzen und ihre Anwendungsprofile von Bioptics angeben. Das Probandenkollektiv bestand aus 10 Erwachsenen (26 - 50 Jahre alt) in der beruflichen Rehabilitation des Berufsförderungswerkes Halle und 6 Schulkindern (7 - 10 Jahre alt), aus der Sehbehindertenschule Halle. Ein stabiler Augenbefund lag bei allen Probanden vor, ein Visus ≥ 0,1 und ein (binokulares) Gesichtsfeld > 120°. Die Anwendung von Bioptics durch sehbehinderte Menschen wurde in statischen und dynamischen Tests innerhalb und außerhalb des Berufsförderungswerkes Halle erprobt. Alle Teste wurden zweimal durchgeführt: Ohne Training und nach Eingewöhnung und Übung mit dem neuen Hilfsmittel. Zum Schluss mussten alle Probanden einen Fragebogen ausfüllen, in dem sie weitere Anwendungsmöglichkeiten für Bioptics und Kritik an diesem System angeben sollten.

Ergebnisse: Als Hauptanwendungsgebiete für Bioptics ergaben sich die Orientierung und dadurch bedingt die Sicherheit im Straßenverkehr, der Blick an die Schultafel, die Anwendung in Hobby und Freizeit, und die Möglichkeit einer frühzeitigen Gesichtererkennung. Bioptics wies eine sehr hohe Spontanverträglichkeit auf. Es ermöglicht das Lesen kleiner Schriften an der Schultafel, die mit der normalen Brille nicht mehr zu erkennen sind. Die Arbeitsgeschwindigkeit bei großen Schriften ist mit Bioptics ebenso schnell wie mit der Brille: Der Gebrauch von Bioptics ist in diesem Fall also keineswegs hinderlich, bietet aber bei kleinen Schriften wesentliche Vorteile. Gesichter, Straßen- und Verkehrsschilder können in größerer Distanz erkannt werden. Aus all dem folgt ein hoher Mehrwert für die sehbehinderten Menschen.

Schlussfolgerung: Die Fernrohr-Brille G2 Bioptics ist als vergrößernde Sehhilfe für ein ausgesuchtes Klientel in einem wohl definierten Anwendungsbereich, z.B. der Schule geeignet. Im Vergleich zum Monokular und zur Tafelkamera hat es als gute Alternative den Vorteil der Mobilität und Flexibilität, und ist zudem preisgünstiger. Es ist das z.Z. einzig verfügbare vergrößernde Hilfsmittel, das gleichermaßen als Brille und als Fernrohr eingesetzt werden kann. Ihr Hauptanwendungsgebiet wird die Fernrohr-Brille G2 Bioptics mit deutlichem Gewinn bei Kindern in einer Sehbehindertenschule oder in einem integrativen Unterricht finden.