Studien- und Abschlussarbeiten

Identifikation und Bewertung von Risiken Im Produktentstehungsprozess

* Dieses Thema wurde/wird bereits bearbeitet.
 
Jahr:  2007
Studiengang:  Augenoptik / Augenoptik & Hörakustik
Kategorie:  Diplomarbeit
Erstbetreuer:  Prof. Dr. Anna Nagl
Zweitbetreuer:  Prof. Dietmar Kümmel
Ersteller: Alexandra Kohlhase
Kurzbeschreibung:     

Erfolgreiche Unternehmen unterscheiden sich von den weniger erfolgreichen Unternehmen unter anderem durch den Neuigkeitsgrad und die innovative Stärke der Produkte. Durch die Entwicklung neuer erfolgreicher Produkte und mit ihrem Angebot auf den richtigen Märkten entstehen entscheidende Wettbewerbsvorteile.

Innovationen und die Entwicklung neuer Produkte sind jedoch mit erheblichen Risiken verbunden. Als Ausweg aus diesem Dilemma wird häufig die konsequente Ausrichtung aller Entwicklungsaktivitäten auf die Bedürfnisse und Anforderungen der Abnehmer (Kunden-orientierung) genannt. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass fortschrittliche Endkunden - so genannte Lead User - diejenigen Akteure sein können, die regelmässig innovative Leistun-gen konzeptionieren und oft sogar bis zur Prototypenreife umsetzen.

Bislang ungeklärt ist jedoch die Frage, auf welche Art und Weise sich die verstärkte Zusammenarbeit mit Lead Usern auf das mit Innovationen verbundene Flop-Risiko auswirkt.

An diesem Punkt setzt die Diplomarbeit an und zeigt Vorgehensweisen und Methoden auf, mit denen sich typische Risiken im Produktentstehungsprozess bei der Anwendung einer Open Innovation und durch die Einbindung von Lead Usern reduzieren lassen. Dazu wurden zur Einführung in das Thema die Zusammenhänge zwischen der klassischen Marktforschung und den Kundenintegrationsprozessen auf dem Wege zur Open Innovation innerhalb der interaktiven Wertschöpfung dargelegt. Die Darstellung der unterschiedlichen Methoden der Open Innovation verdeutlicht, dass die Einbindung der Kunden in die Produktentwicklung nicht nach einer starren Vorgehensweise erfolgt. Vielmehr wird gezeigt, dass die einzelnen Methoden Anwendungsschwerpukte besitzen und es durchaus sinnvoll sein kann mehrere Ansätze nacheinander anzuwenden. Eine herausragende Stellung kommt dabei der Lead User Methode zu.

Die beiden entscheidenden Zielrichtungen der Open Innovation, Befriedigung von Kunden-bedürfnissen sowie Schaffen von Wettbewerbsvorteilen und Erreichen von wirtschaftlichem Erfolg der Unternehmen, wurden beschrieben.

Zur Identifikation und Bewertung von Risiken bei der Anwendung von Open Innovation Prozessen wurde eine explorative Expertenbefragung durchgeführt. Da Fragen über das Vorgehen bei Innovationsprozessen für die Unternehmen ein sehr sensibles Thema sind, erfolgte keine reine Fragebogenaktion sondern es fand mit jedem Ansprechpartner ein ausführliches Interview statt.

Auf der Basis der Ergebnisse aus den Fragebögen und den Gesprächen sowie der Durch-sicht der einschlägigen Literatur werden die möglichen Risiken bei der Open Innovation aufgezeigt und ihr Einfluss auf die erwarteten Erfolge einer Kundenintegration analysiert. Anhand der Bewertung von Erfolgsfaktoren wird erläutert, dass die Anwendung der Open Innovation beziehungsweise ihrer einzelnen Methoden entscheidende Erfolge und Wettbe-werbsvorteile für die Unternehmen erbringt. Erfolgs- und Misserfolgspotentiale liegen also dicht beieinander.

Wertet man die Ergebnisse der Risikoanalyse, so liegen die Risiken im Wesentlichen nicht in den Methoden begründet sondern in der mangelhaften Auswahl und Anwendung der Methode sowie der unzureichenden Vorbereitung der Unternehmen. An dieser Einschätzung müssen die verbessernden Vorgehensweisen im Sinne der Vermeidung von innovativen Flops bei der Kundenintegration ansetzen.

Dazu werden in der Arbeit eine Reihe von Möglichkeiten und Vorgehensweisen vorge-schlagen. Die ermittelten Ergebnisse weisen nicht nur auf die richtige Auswahl der Lead User sondern auch in hohem Masse auf die Bewertung der Unternehmen und ihre interaktiven Kompetenzen hin. Auch die notwendige soziale Intelligenz aller beteiligten Personen ist als Erfolgsfaktor einer Kundenintegration ein Ansatzpunkt für weitere Untersuchungen zur Minderung von Innovationsrisiken.