Studien- und Abschlussarbeiten

Eine Refraktionsstudie in Chile

* Dieses Thema wurde/wird bereits bearbeitet.
 
Jahr:  2008
Studiengang:  Augenoptik / Augenoptik & Hörakustik
Kategorie:  Diplomarbeit
Erstbetreuer:  Prof. Dr. Bernd Lingelbach
Externer Betreuer: Augenoptikmeister Enrique Koch / Chile
Ersteller: Julia Kolb
Kurzbeschreibung:     

Problemstellung: In Chile ist es gesetzlich festgelegt, dass ausschließlich Mediziner die Befugnis haben zu refraktionieren und Brillenrezepte auszustellen. Dies hat zur Folge, dass nur rund 700 Augenärzte, die es in ganz Chile gibt, Brillen und andere Sehhilfen verordnen dürfen. Es gibt noch keine vergleichbare Studie dieser Art.

Fragestellung: Wie hoch sind die verschiedenen Fehlsichtigkeiten in Chile? Wie ist die Sehleistung in der Bevölkerung von Chile?

Material und Methoden: An dieser Studie nahmen n = 478 Personen teil, davon waren es 63% Frauen und 37% Männer. Die Refraktionen wurden im Zeitraum von November ´06 bis Februar ´07 im Hospital San Antonio de Putaendo durchgeführt. Für die Auswertung wurde speziell eine Karteikarte entwickelt, in der alle Daten wie Adresse, Alter, Geschlecht, historischer und medizinischer Hintergrund etc. erfasst wurden. Die Patienten wurden erst skiaskopiert und danach wurde der Visus mit der subjektiven Refraktion ermittelt. Die Grafiken wurden im Microsoft Excel 2003 Programm, SPSS und Statistika erstellt.

Ergebnisse: 42% der befragten Personen waren noch nie beim Augenarzt. Von diesen 42%, hatten 39 Probanden, was 21% ausmacht, einen Visus schlechter als 0,8. Von 478 Patienten trugen nur 29%, was 137 Personen ausmacht, eine Brille. 71% ( 341 Personen) der Patienten kamen ohne Brille zur Augenuntersuchung.

Diskussion: In dieser Studie wird sehr deutlich, dass Chile im Bereich der Augenoptik noch sehr am Anfang steht. Allein die Versorgung der Bevölkerung die gesetzlich versichert sind, sind sehr im Nachteil. Durch den Mangel an Augenärzten entstehen oft sehr hohe Wartezeiten. Die meisten Chilenen haben einfach kein Geld für eine Augenuntersuchung. Daher wurden im Rahmen dieser Diplomarbeit 700 Brillen für umgerechnet 7000.- € gefertigt und an die Studienteilnehmer ausgehändigt. Die Kosten für diese Studie trugen drei Ärzte aus dem Hospital Antonio de Putaendo und das Hospital Camillo in San Felipe.

Ausblick: Das große Problem besteht darin, dass es in Chile keine kostengünstigen Alternativen gibt. Ein großer Teil der schlechten Situation in Chile ist auch die gesetzliche Lage, die sich vielleicht in der Zukunft ändern wird.