Studien- und Abschlussarbeiten

Erkennschwellen im mesopischen, skotopischen und photopischen Bereich

* Dieses Thema wurde/wird bereits bearbeitet.
 
Jahr:  2009
Studiengang:  Augenoptik / Augenoptik & Hörakustik
Kategorie:  Bachelorarbeit
Erstbetreuer:  Prof. Dr. Kunibert Krause
Zweitbetreuer: 
Ersteller: Anna Barbara Schönwälder
Kurzbeschreibung:     

Zweck: Derzeit liegt noch kein international gültiger Standard zur Bewertung des Dämmerungssehens beim menschlichen Auge vor. Mit der hier vorliegenden Arbeit werden Erkennschwellen bei den drei mesopischen Hintergrundleuchtdichten 1,0cd/m², 0,1cd/m² und 0,01cd/m² bei einer retinalen Exzentrizität von 10° untersucht. Zusätzlich werden Vergleichs- Messungen für den skotopischen Bereich bei 0,001cd/m² und für photopische Helligkeitsniveaus bei 10cd/m² in 0° und 10° Exzentrizität durchgeführt, um die Gültigkeit derStandards V(λ) und V´(λ) für  Erkennschwellen zu testen. Methoden: Es werden farbige Sehzeichen mit einer Größe von 2° über schmalbandige Filter mit Wellenlängen zwischen 415nm und 690nm auf einen definierten mesopischen Hintergrund projiziert. Indem das Sehzeichen stufenweise in seiner Helligkeit gesteigert wird, können bei insgesamt sieben Probanden Messungen direkt an der Schwelle des Erkennens durchgeführt werden. Die dabei zu prüfende Strahldichte wird anschließend hintergrundfrei gemessen. Alle so entstehenden Empfindlichkeitskurven werden mit einem Modell angepasst, dass die nicht-negative Summe der Logarithmen der theoretischen Zapfenabsorptions-Kurven nutzt, um die spektralen Unterschiede beschreiben zu können. Auch die Reaktionszeit, als Folge der Objekterkennung wird in Betracht gezogen. Ergebnisse: Die so entstandenen Empfindlichkeitskurven zeigen bei allen drei Helligkeitsniveaus spektrale Verteilungen mit bis zu fünf Maxima. Weiterhin werden im skotopischen Bereich deutliche Minima in der Empfindlichkeit der Probanden beobachtet, die sich mit dem angewendeten Modell und auch mit dem Vergleich anderer Modelle nicht erklären lassen. Im Allgemeinen wird klar ersichtlich, dass die spektrale Empfindlichkeit mit abnehmender Hintergrundleuchtdichte steigt, im kurzwelligen Bereich stärker als im langwelligen. Außerdem nimmt die Empfindlichkeit ab, je weiter in der Peripherie gemessen wird.

Schlussfolgerung:

Ein Vergleich mit den bisher gültigen Standards der Tageswert-Kurve V(λ) und der Nachtwert-Kurve V´(λ) zeigt, dass diese, auch aufgrund ihrer Entstehungsmethode unangemessen für den mesopischen Bereich sind, obwohl auch heute noch alle Kenngrößenim Beleuchtungswesen nach dem photopischen Sehen [V(λ)] bewertet werden. Daher werden bei Tätigkeiten im Bereich nächtlicher Beleuchtungsniveaus breitbandige Lichtquellen mit erhöhtem Blau-Anteil empfohlen.