Studien- und Abschlussarbeiten

Optimierung des Galifa Contactlinsen-Assistenten

* Dieses Thema wurde/wird bereits bearbeitet.
 
Jahr:  2004
Studiengang:  Augenoptik / Augenoptik & Hörakustik
Kategorie:  Diplomarbeit
Erstbetreuer:  Prof. Dr. Andreas Holschbach
Externer Betreuer: Karin Spohn Dipl. Ing. Augenoptik (FH)
Ersteller: Alexandra Spielvogel
Kurzbeschreibung:     

Zur Anpassung von Contactlinsen nutzt man heute eine Vielzahl von Hilfsmitteln. So zum Beispiel computergestützte Messtechniken. Der erste Videokeratograph, der nach dem Placidoprinzip arbeitete, wurde 1989 auf dem Markt eingeführt. Seitdem begann eine neue Phase der Hornhautoberflächendiagnostik [6]. Die Hornhaut kann seitdem in allen Meridianen, zentral und peripher, genau beschrieben werden. In den letzten 16 Jahren wurden auch andere Messmethoden, wie z.B. die Schnittbildmethode oder die Rasterphotometrie, weiterentwickelt [34]. Auf breiter Basis durchgesetzt hat sich das auf die Rechenalgorithmen verbesserte Placidoprinzip [6,34].

Nicht nur die computergestützte Messtechnik, sondern auch die computergestützte Anpasstechnik wurde entwickelt. Berechnungen die früher vom Contactlinsenspezialist durchgeführt werden mussten, können heute von Programmen übernommen werden. Deshalb verlassen sich Contactlinsenspezialisten heute oftmals auf computerunterstützte Contactlinsenanpassung. Zum einen wegen der Weiterentwicklung und Verbesserung der Videokeratographen und der Anpassmodule [35], zum anderen aufgrund des hohen zeitlichen Aufwands, der mit dem Einsatz von Anpass-Sätzen verbunden ist. Studien haben ergeben, dass die Dauer der Anpassung bei der Verwendung eines Anpass-Satzes etwa doppelt so hoch ist wie bei Anwendung eines Anpassmoduls Dazu kommt, dass ca. jede fünfte Linse eines Anpass-Satzes nicht die zu erwartenden Parameter aufweist. Setzen wir eine beidäugige Versorgung des Kunden voraus, wird jeder dritte falsch beurteilt [29]. Somit muss jede Contactlinse vor dem Einsetzen auf ihre Parameter kontrolliert werden, wodurch der zeitliche Aufwand nochmals erhöht wird. Weiterhin kommt der hygienische Aspekt, wie Austausch der Aufbewahrungsflüssigkeit, Desinfektion oder Sterilisation von Weichlinsen hinzu. Man benötigt meist eine Reihe von Messlinsen, um zur idealen Anpassung zu kommen [7]. Diese für den Kunden aufwendige Prozedur kann durch die Unterstützung eines Anpassprogramms verkürzt werden. Die Anzahl der Messlinsen wird auf ein Minimum reduziert, wodurch sich die Anpasszeit reduziert und der Komfort des Kunden gesteigert wird [7]. Lag die Erfolgsrate der Anpassmodule 1996 bei nur ca. 40%, liegt sie heute bei bis zu 93% [10,14,34]. Eine 100%ige Anpassgenauigkeit wird noch nicht erreicht, da die aktuellen Computerprogramme Einwirkungen z.B. des Oberlids, des Lidwinkels etc. nicht berücksichtigen [10]. Egal ob der Videokeratograph zur Auswahl des Linsendesigns genutzt wird, oder zur Parameterwahl, spielt er eine signifikante Rolle in der Contactlinsenpraxis [34]. Auch Anpassmodule die nicht direkt an den Videokeratographen gekoppelt sind können mit den Daten eines Keratometers oder Keratographen eine Hilfe zur Wahl der ersten Messlinse stellen, so z.B. der Contactlinsen-Assisten von Galifa. Diese Programme können die Effizienz geübter, aktiver Anpasser erhöhen bzw. die Anpassung Ungeübter verbessern [34]. Dies gilt natürlich nur, wenn der Keratogaph und das Modul den Anforderungen entsprechen und verlässliche Daten liefern.