Studien- und Abschlussarbeiten

Screeningprojekt zur Detektion von auditiven, visuellen und vestibulären Beeinträchtigungen bei Schulkindern

* Dieses Thema wurde/wird bereits bearbeitet.
 
Jahr:  2007
Studiengang:  Augenoptik / Augenoptik & Hörakustik
Kategorie:  Diplomarbeit
Erstbetreuer:  Prof. Dr. Eckhard Hoffmann
Externer Betreuer: Dorothea Beigel
Ersteller: Reinhard Pastätter
Kurzbeschreibung:     

In einem Screening an zehn Schulen in Wetzlar wurden Schülerinnen und Schüler auf ihr Hörvermögen, Sehleistung und die Funktionstüchtigkeit des Vestibularorgans untersucht.

Im Hörtest kam eine auf fünf Frequenzen (0,5 kHz, 1,0 kHz, 2,0 kHz, 4,0 kHz und 6,0 kHz) eingeschränkte Audiometrie zum Einsatz. Diese Frequenzen wurden mit einem Pegel von 15 dB (HL) dargeboten. Der Lautstärkepegel der Testfrequenzen wurde erhöht, wenn die Schüler die Töne nicht gehört haben.

Der Visus wurde anhand von Sehprobentafeln mit Landoltringen in den Abstufungen V=0,50, V=0,63, V=0,80, V=1,00, V=1,25 und V=1,60 bestimmt. Mit dem Langtest I wurde auf Stereopsis geprüft. Zusätzlich wurden die Refraktionswerte der Schülerbrillen aufgenommen.

Der Gleichgewichtstest setzte sich aus Romberg-Test, Einbeinstand-Test und einem Balancier-Test vorwärts oder rückwärts zusammen. Die vergebenen Punktzahlen aus den einzelnen Tests wurden zu einer Gesamtpunktzahl zusammengefasst, anhand derer die Schüler in die Gruppen „unauffällig", „leicht auffällig", „auffällig" und „stark auffällig" eingeteilt wurden.

In einem Fragebogen wurden allgemeine Fragen zu Schülerdaten, zum Hören und Sehen, medizinische Hintergründe, zur Anamnese und, stellvertretend für Schallbelastungen, nach Besitz und Nutzung eines tragbaren Musikabspielgerätes gefragt.

In einer Datenbank wurden 3338 Schüler erfasst und ausgewertet. In der Auswertung wurde speziell nach Zusammenhängen zwischen unterdurchschnittlichen Ergebnissen bei einer Disziplin und Beeinträchtigungen in anderen Disziplinen gesucht.

Diese Arbeit beschränkt sich auf die Auswertung der im Screening gewonnenen Ergebnisse und deren Zusammenhänge. Eine Analyse der Sehtestdaten erfolgt in einer weiteren Arbeit.

 

Die Schüler umfassten einen Altersrahmen von sechs bis neunzehn Jahren. 47% von ihnen haben angegeben, schon an einem Tinnitus gelitten und zu 54,5% schon mal ein Knalltrauma gehabt zu haben. In Verbindung mit einem Hörverlust größer 15 dB (HL) stellte sich heraus, dass Kinder mit zeitweise auftretendem Tinnitus oder einem erlebten Knalltrauma nicht auffällig häufig schlechter hörten als ohne. Ein Tinnitus zum Zeitpunkt der Messung wirkte sich dagegen negativ auf die Messergebnisse aus.

Bei der Untersuchung, wie sich das Hören mit einem MP3-Player auf das Hörvermögen auswirkt, zeigte sich, dass nicht diejenigen vermehrt an einem Hörschaden leiden, die den Player häufig und mit gesteigerter Lautstärke nutzen, sondern diejenigen, welche das Gerät gemäßigt betreiben oder keinen besitzen.

Im Übrigen wurde festgestellt, dass musikalisch aktive Kinder seltener an einer Hörschädigung leiden als unmusikalische Kinder

Weitere Aspekte, die sich negativ auf das Hören auswirkten, sind medizinische Auffälligkeiten in der Vergangenheit oder auffällige Befunde aus der Otoskopie.

Die Analyse lieferte eine signifikante Korrelation zwischen, im Gleichgewichtstest auffälligen und hörgeschädigten Kindern.

Außerdem hat sich bei der Auswertung gezeigt, dass zwischen einem Hörverlust und einer nicht vorhandenen Stereopsis ein signifikanter Zusammenhang besteht.