Studien- und Abschlussarbeiten

Einfluss der Blickrichtung auf die horizontale Heterophorie

* Dieses Thema wurde/wird bereits bearbeitet.
 
Jahr:  2006
Studiengang:  Augenoptik / Augenoptik & Hörakustik
Kategorie:  Diplomarbeit
Erstbetreuer:  Prof. Dr. Annemarie Buser
Zweitbetreuer:  Prof. Dr. Kunibert Krause
Ersteller: Stephanie Lasslob
Kurzbeschreibung:     

Um festzustellen, ob und in welchem Maß sich die Phoriewerte bei Blick nach links und rechts im Verhältnis zur Primärblickrichtung ändern, wurden Messungen an 33 Probanden durchgeführt. Gemessen wurde mit dem Maddoxkreuz, wobei sowohl der abgelesene Wert als auch das Kompensationsprisma notiert wurden. Außerdem wurde am Kreuztest und am Zeigertest gemessen, wobei der Zeigertest einzeln und in Kombination mit dem Kreuztest durchgeführt wurde. Alle Messungen wurden jeweils drei Mal in Primärblickrichtung sowie bei Blickwendungen um 30° nach links und rechts durchgeführt. Um die Einhaltung der Blickwinkel zu gewährleisten, wurden die Messungen mit Hilfe einer drehbaren Kopfstütze mit schwenkbaren Glashaltern durchgeführt. Die Auswertung der Messwerte führte zu folgenden Ergebnissen: Alle Messmethoden zeigten eine ähnliche Reproduzierbarkeit bei Mehrfachmessung. Die Abweichungen betrugen in über 76% der Fälle weniger als 0,5 cm/m und in über 90% der Fälle weniger als 1 cm/m. Die Messungenauigkeit nimmt mit steigenden Messwerten zu. Am Maddoxkreuz ergab das Kompensationsprisma in Primärblickrichtung in mehr als der Hälfte der Fälle höhere Werte als der abgelesene Wert. Am Polatest ergaben Kreuz- und Zeigertest in Kombination in Primärblickrichtung höhere Werte als der Zeigertest allein, wobei die Differenz nicht dem am Kreuztest gemessenen Wert entsprach. Ein Proband wurde wiederholt an verschiedenen Tagen gemessen. Dabei zeigten sich große Abweichungen der Messwerte, woraus zu schließen ist, dass die Messergebnisse stark von der Tagesform der Probanden abhängen. Der Vergleich der Messwerte für die verschiedenen Blickrichtungen ergab bei rund 50% der Probanden Änderungen der Phoriewerte um mehr als 0,5 cm/m, bei rund 25% der Probanden um mehr als 1 cm/m bei Blickwendungen im Vergleich zur Primärblickrichtung. Änderungen der Phoriewerte in Richtung Eso traten deutlichhäufiger auf als in Richtung Exo, unabhängig davon, ob in Primärposition eine Eso oder Exophorie vorlag. Die Änderung der Phoriewerte nimmt mit steigenden Wertenin Primärblickrichtung zu. Ein Unterschied zwischen den Ergebnissen der verschiedenen Messmethoden konnte dabei nicht festgestellt werden. Bei der Änderung der Phoriewerte bei Blickwendungen scheint es sich um einennormalen physiologischen Vorgang, verursacht durch das komplexe Zusammenwirken der Augenmuskeln zu handeln. Es konnte dabei jedoch im Gegensatz zu früheren ähnlichen Studien keine Gesetzmäßigkeit festgestellt werden