Studien- und Abschlussarbeiten

Die Inklination und Refraktion bei weichen torischen Kontaktlinsen mit Zylinderbrechwerten über 3,0 dpt

* Dieses Thema wurde/wird bereits bearbeitet.
 
Jahr:  2005
Studiengang:  Augenoptik / Augenoptik & Hörakustik
Kategorie:  Diplomarbeit
Erstbetreuer:  Prof. Dr. Bernd Lingelbach
Ersteller: Mario Rehnert
Kurzbeschreibung:     

Die Anpassung torischer Weichlinsen erweist sich oft als schwierig auf­grund schwer vorhersehbarer Inklinationsrichtungen der angepassten Zy­lin­der­­linsen. Liegt die Inklination nicht in einem vorab definierten Toleranz­bereich, entsteht ein Restzylinder, der vom Kunden nicht toleriert wird. In einer vorange­gangenen Arbeit wurden strenge Zusammenhänge zwischen der Inklination der Mess- und Zylinderlinse und dem nasalen Unterlidwinkel für torische Weichlinsen mit einem Zylinderbrechwert bis 3,00 Dioptrien fest­gestellt. Durch eine Regressionsgleichung kann man somit auf die zu er­war­tende In­klination der Zylinderlinse schließen. Sie stellt die Grundlage für ein Rechen­programm dar, über das die zu erwartende Zylinder­linsen­inklination errechnet werden kann.

Teil dieser Diplomarbeit war die Überprüfung auf Anwendbarkeit oder even­tuell erforderliche Modifikation dieses Anpassschemas für Kontaktlinsen mit Zylinderbrechwerten über 3,00 Dioptrien. Auch wenn lediglich 3,4% aller poten­tiellen Weichlinsenträger eine größere astigmatische Korrektur als 3,00 Zylinderdioptrien benötigen, darf dieser Personenkreis von Seiten der Kon­takt­linsenindustrie und -Entwicklung nicht vernachlässigt werden.

Außerdem sollten zwei Anpassmethoden bezüglich des Refraktions­de­fizits über die resultierenden Zylinderlinsen miteinander verglichen werden. Zum einen wurden die Stärken der Zylinderlinsen aus der Überrefraktion über eine vorderprismatische Planmesslinse ermittelt, zum anderen erfolgte die Ferti­gung aus der Überrefraktion über eine rotationssymmetrische Messlinse, die den sphärischen Anteil der Brillenglasrefraktion aufwies.

Die Ergebnisse bestätigen signifikante Zusammenhänge der Mess- und Zylinderlinseninklination und dem nasalen Unterlidwinkel. Hieraus lassen sich unter Einbindung der Daten der vorangegangenen Arbeit quadranten­spezifische Regressionsgleichungen ermitteln, mit denen man in der Lage ist, die Inklination von Zylinderlinsen auch über 3,00 Dioptrien sicher vorher­zusagen. Der zulässige Toleranzbereich für die Inklination, der aus der Höhe des Zylinders und seiner Rotation um die Soll-Inklinationsrichtung resultiert, ließe sich nach der Auswertung der Anpassfälle um ±1° erweitern.

Außerdem wurde festgestellt, dass keine signifikanten Unterschiede bezüglich des Refraktionsdefizits entstehen, wenn die Überrefraktion über eine vorderprismatische Planmesslinse oder über eine rotationssymmetrische Messlinse mit sphärischer Wirkung stattfindet. Dies gilt für einen in dieser Studie abgedeckten Bereich sphärischer Brechwerte von -4,50 bis +5,50 Dioptrien. Die Ermittlung der Stärke der Zylinderlinsen kann in diesem Bereich über eine Planmesslinse erfolgen. In Folgestudien könnte geklärt werden, ob der Einsatz von sphärischen Messlinsen notwendig wird, wenn die sphärischen Anteile der Korrektur über diesen untersuchten Bereich hinaus gehen.