Studien- und Abschlussarbeiten

Verwendbarkeit von Cyberhelmen für augenoptische Messungen

* Dieses Thema wurde/wird bereits bearbeitet.
 
Jahr:  1998
Studiengang:  Augenoptik / Augenoptik & Hörakustik
Kategorie:  Diplomarbeit
Erstbetreuer:  Prof. Dr. Jürgen Nolting
Ersteller: Thomas Koerbe
Kurzbeschreibung:     

„Virtual reality" und Cyberspace sind Begriffe, die einem in der heutigen Zeit immer häufiger begegnen, sei es im beruflichen oder auch im privaten Leben. Die fortschreitende globale elektronische Vernetzung führt zu immer neueren Technologien, die es der Menschheit ermöglichen sollen, immer schneller und effizienter zu kommunizieren. Die Begriffe wie Cyberspace oder auch „kybernetischer Raum" sind Oberbegriffe für eine Technik, in der verschiedenste Komponenten über ein Netzwerk miteinander in Verbindung stehen und Informationen austauschen. Ein einfaches Beispiel für einen Cyberspace stellt schon der „Raum" dar, der sich zwischen zwei mit dem Telefon kommunizierenden Personen auftut. Fieberhaft wird an der Vereinfachung der „Mensch-Maschine-Schnittstelle" gearbeitet. Hiermit sind die Ein- und Ausgabekomponenten gemeint, durch die der Mensch den Computer mit Befehlen „füttert" und durch die der Computer dem Menschen Informationen liefert. „Virtual reality" ist eine Ausprägung des Cyberspace, die es dem Benutzer ermöglichen soll, ganz in eine vom Computer generierte Scheinwelt einzutauchen und dabei scheinbar ein Teil von ihr zu werden. Der Einbezug der menschlichen Sinne und deren „Täuschung" ist bei dieser Technologie von entscheidender Bedeutung. Die Nutzung solcher Systeme erfordert eine Vielzahl spezieller technischer Komponenten, wie z.B. spezielle Anzüge, Datenhelme, die dem Benutzer optische und akustische Signale vermitteln und Datenhandschuhe, mit denen man durch Handbewegung im virtuellen Raum interagieren kann. In solchen Systemen ist es möglich, eine Aufhebung der Gesetze der Physik vorzutäuschen und dieses sich bei verschiedensten Simulationen zunutze zu machen. Die Luft- und Raumfahrt bedient sich gegenwärtig schon solcher Systeme, um Piloten in Flugsimulatoren auf den Einsatz in realen Maschinen vorzubereiten. Roboter lassen sich mit solchen Systemen steuern, so ist es möglich schwierige Reparaturen an für den Menschen unzugänglichen oder lebensbedrohlichen Stellen durchzuführen, wie z.B. die Reparatur von Raumstationen, die Untersuchung von Schiffswracks oder Aufräumungsarbeiten an defekten Kernreaktoren. Einem Chirurgen ist es mit solchen Systemen möglich, über weite Entfernungen hinweg Eingriffe an einem Patienten vorzunehmen, ohne daß dieser sich direkt vor Ort befinden muß. Dem Architekten bietet Virtual Reality die Möglichkeit ein Projekt so realitätsgetreu in der virtuellen Welt zu gestalten, daß es vor Baubeginn vom Auftraggeber mit Hilfe der geeigneten Ausrüstung vorab bereits besichtigt werden kann. Diese Beispiele sind nur ein kleiner Auszug aus einer Vielzahl der Anwendungsmöglichkeiten, bei denen solche System zum Einsatz kommen oder zum Einsatz kommen werden. Ein in der VR gebräuchliches Ausgabegerät ist der Datenhelm (auch Cyberhelm oder Helmet- Mounted Display genannt). Diese Displays ermöglichen im Gegensatz zu Monitoren zumeist ein deutlich größeres Sehfeld und in vielen Fällen auch eine stereoskopische Darstellung. Diese Eigenschaften lassen Helmet-Mounted Displays (HMD) auch für Messungen im Bereich der Augenoptik interessant erscheinen. Zentrale Thematik dieser Arbeit ist die Untersuchung von HMDs, um zu prüfen, ob diese sich für den Einsatz in einem Screening-Test eignen. Dem Leser soll ein Einstieg in die Thematik HMD, Stereosehen, Perimetrie vermittelt werden, zusätzlich wird eine aktuelle Marktübersicht über die erhältlichen Systeme gegeben, die durch eine Recherche im Internet zusammengestellt wurde. Als beispielhafte Realisierung einer augenoptischen Meßaufgabe wurde ein Programm zur Perimetrie entwickelt, dessen Ergebnisse mit dem von Rodenstock entwickelten Perimeter PERISTAT 433 verglichen wurden. Die beim Entwickeln und Testen des Programmes gemachten Erfahrungen gehen als Grundlage in die Diskussion über die Verwendbarkeit von Cyberhelmen in andere augenoptische Meßaufgaben ein.