Studien- und Abschlussarbeiten

Prospektive Studie zur Gleichgewichtsförderung bei Studierenden: Neurosensorielles Übungsprogramm versus Nintendo Wii Fit

* Dieses Thema wurde/wird bereits bearbeitet.
 
Jahr:  2009
Studiengang:  Augenoptik / Augenoptik & Hörakustik
Kategorie:  Bachelorarbeit
Erstbetreuer:  Prof. Dr. Eckhard Hoffmann
Externer Betreuer: Dorothea Beigel
Ersteller: Jasmin Wagener
Kurzbeschreibung:     

Die vorliegende prospektive Studie soll überprüfen, ob das Gleichgewicht von jungen Erwachsenen durch regelmäßige, kurze Trainingsphasen mit einer Nintendo Wii Spielkonsole und durch ein neurosensorielles Übungsprogramm signifikant verbessert werden kann. Hierzu wurden insgesamt 59 Studenten und Mitarbeiter der Hochschule Aalen in drei Gruppen aufgeteilt. Jeweils 20 Probanden bildeten die Kontrollgruppe und die Gruppe, die das Nintendo Wii Training absolvierte (Wii-Gruppe). 19 Probanden führten ein neurosensorielles Übungsprogramm durch (Vestibular-Gruppe). Der Altersdurchschnitt der Probanden betrug zum Zeitpunkt der Studie 25 Jahre. Die Altersspannweite lag zwischen 20 und 49 Jahren. Die Trainingsphase erstreckte sich über vier Wochen, in denen jeweils an fünf Tagen der Woche die Übungen durchgeführt werden sollten. Eine Übungseinheit dauerte zwischen vier und sechs Minuten. Die Kontrollgruppe wurde instruiert, ihre sportlichen Aktivitäten während den vier Wochen nicht zu verändern. Vor und kurz nach der Trainingsphase unterzogen sich alle Probanden einem Gleichgewichtstest, der aus Romberg-Test, Einbeinstand und Rückwärts balancieren bestand. Die Tests wurden mittels eines Punktesystems bewertet. Weiterhin beantworteten alle Personen einen Probandenfragebogen. Personen, die eines der beiden Trainings absolvierten, beantworteten zusätzlich einen Befindlichkeitsfragebogen. 10 Probanden beendeten die Studie nicht. Um die Gründe für ihr Ausscheiden aus der Studie zu erfahren, wurden sie gebeten, einen Drop-out Fragebogen auszufüllen. Die Studie beendeten 19 Probanden aus der Kontroll-, 17 Personen aus der Wii- und 13 Personen aus der Vestibular-Gruppe. Die folgenden Ergebnisse beziehen sich ausschließlich auf diese Gruppen. Bei der Auswertung der Fragebögen im Hinblick auf die Ergebnisse der Gleichgewichtstests konnte im Gegensatz zu anderen Studien kein signifikanter Zusammenhang zwischen Höhenangst sowie Hyperaktivität und Gleichgewichtsstörungen gefunden werden. Aufgrund der kleinen Gruppengröße kann an dieser Stelle allerdings keine allgemeine Aussage getroffen werden. Hier sind weitere Studien notwendig, um derartige Zusammenhänge zu klären. Im Befindlichkeitsbogen gaben lediglich 9 von 23 Personen an, nach dem vierwöchigen Training eine Verbesserung in ihrer Befindlichkeit zu spüren. In dieser Studie zeigt sich demnach, dass ein Gleichgewichtstraining nach vier Wochen keine spürbaren Veränderungen in der Befindlichkeit der Probanden hervorruft. Diese Aussage müsste jedoch in einer weiteren Studie mit größerer Probandenstichprobe genauer untersucht werden. Jeder sechste Proband beendete die Studie nicht. Die Auswertung des Drop-out Fragebogens ergab, dass das Vergessen der Übungsdurchführung der häufigste Grund für ein Ausscheiden aus der Studie war. Nach den vier Wochen konnte in allen drei Gruppen eine höchst signifikante Steigerung der durchschnittlichen Punktzahlen für den Gleichgewichtstest beobachtet werden. Auch im Vergleich von Romberg-Test, Einbeinstand und Balance-Test in den einzelnen Gruppen ist eine signifikante bis höchst signifikante Steigerung der Punktzahlen feststellbar. Somit ist die Verbesserung bei den Gleichgewichtstests in den Übungsgruppen nicht signifikant höher als in der Kontroll- Gruppe. Im Vergleich der durchschnittlichen prozentualen Steigerung ist jedoch eine größere Steigerung der Punktzahlen bei den Übungsgruppen erkennbar. Somit schneiden die beiden Übungsgruppen in allen Gleichgewichtstests tendenziell besser ab als die Kontroll-Gruppe.